Methodik & Quellen

Alle Zahlen in diesem Bereich stammen aus einer eigenen Berechnungs-Pipeline. Wichtiger als bei der Sonnenfinsternis: Ein Nordlicht ist grundsätzlich anders vorhersagbar als eine Finsternis-Geometrie, und diese Seite sagt genau, wo die Grenze liegt.

Warum das anders ist als bei der Sonnenfinsternis

Eine Finsternis folgt bekannten Bahnen von Erde, Mond und Sonne - berechenbar auf die Sekunde, Jahre im Voraus. Ob an einem bestimmten Ort an einem bestimmten Tag ein Nordlicht steht, hängt dagegen von der Sonnenaktivität in den Tagen davor ab - verlässlich vorhersagbar erst rund drei Tage im Voraus. Was diese Seite liefert, ist deshalb keine Vorhersage für ein Datum, sondern eineklimatologische Wahrscheinlichkeit: wie oft es an diesem Ort in diesem Monat historisch günstige Bedingungen gab.

Geomagnetische Breite

Der Nordlichtring folgt nicht dem geografischen, sondern dem magnetischen Nordpol - und der liegt heute über Nordkanada, nicht über dem geografischen Pol. Das verschiebt die tatsächlichen Chancen teils deutlich gegenüber der reinen geografischen Breite: Yellowknife liegt geomagnetisch höher als Tromsø, obwohl es geografisch rund 7 Grad südlicher liegt.

Wir rechnen mit einer Dipol-Näherung auf Basis der WMM2025-Polkoordinaten, nicht mit dem vollen AACGM-Modell, das professionelle Weltraumwetter-Dienste verwenden. Der Unterschied liegt typischerweise bei ein bis zwei Grad - für eine Reise-Entscheidung ausreichend genau, für wissenschaftliche Zwecke nicht.

Dunkelstunden und Mondphase

Für jeden Ort und Monat berechnen wir mit skyfield (derselben Bibliothek wie bei der Finsternis), wie viele Stunden pro Nacht die Sonne mehr als 18 Grad unter dem Horizont steht - die Standardschwelle für astronomische Dunkelheit. Das ist keine reine Kalenderfrage: Selbst in der tiefsten Polarnacht gibt es an vielen Orten täglich ein paar Stunden Dämmerung um die Mittagszeit, die nicht zählen.

Die Mondphase berechnen wir ebenfalls, sie fliesst aber bewusst nicht in den Index unten ein: über 30 Jahre gemittelt hat jeder Kalendermonat dieselbe mittlere Mondbeleuchtung, das wäre reines Rauschen in einer Saison-Auswertung. Für die konkrete Wahl einer einzelnen Nacht - Vollmond überstrahlt schwache Nordlichter - bauen wir das später als eigenständiges Werkzeug.

Wolkenklimatologie

Dieselbe ERA5-Reanalyse wie bei der Finsternis (Copernicus Climate Change Service, 30 Jahre 1995-2024), aber mit einer wichtigen Anpassung: Unsere Zielorte liegen von Kanada bis Skandinavien über fast den halben Globus verteilt, "Nacht" fällt also an jedem Ort auf eine andere UTC-Stunde. Statt eines einzigen festen Zeitfensters wie bei der Finsternis bekommt jeder Ort sein eigenes, aus der Zeitzone abgeleitetes Nachtfenster.

Eine bekannte Grenze dieser Methode, transparent statt versteckt: ERA5 rechnet mit geglätteter Topografie und unterschätzt dadurch kleinräumige Effekte wie den Regenschatten, den Berge erzeugen. Abisko ist ein dokumentierter Fall davon - die Aurora Sky Station misst dort seit 1989 deutlich mehr klare Nächte, als unsere Berechnung zeigt, unter anderem weil die Station auf 900 m Höhe oft über tiefliegenden Wolken liegt, was unser Wert nicht separat erfasst. Wo uns das bekannt ist, weisen wir bei der Ortsseite direkt darauf hin, statt die Zahl unkommentiert stehen zu lassen.

Der Index: wie wir die Monate vergleichen

Index = Dunkelstunden × P(klar) - dieselbe Logik wie unser SoFi-Score bei der Finsternis (Totalitätsdauer × P(klar)), nur pro Ort und Monat statt für ein einzelnes Datum. Die geomagnetische Breite fliesst hier bewusst nicht mit ein: Sie ändert sich nicht mit der Jahreszeit und beantwortet eine andere Frage - ob ein Ort grundsätzlich geeignet ist, nicht wann dort die beste Zeit ist.

Was das für deine Planung heisst

Die Werte auf dieser Seite sagen dir, wo die Chancen über viele Jahre gemittelt am besten stehen und in welchem Monat - nicht, ob am Dienstag in zwei Wochen ein Nordlicht zu sehen sein wird. Für die kurzfristige Vorhersage (27 Tage grob, 3 Tage verlässlich) verweisen wir auf spezialisierte Dienste wie NOAA SWPC.

Neue Orts-Auswertungen

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