Über diese Seite
Diese Website behauptet einiges: dass Tarifa das höchste Wolkenrisiko Südspaniens hat, dass Hurghada keine Totalität sieht, dass Djerba der beste Erwartungswert für Familien ist. Damit stellt sich die Frage, wer das rechnet – und warum man ihm glauben sollte.
Wer dahintersteht
Ich bin Datenanalyst und arbeite seit fünf Jahren in der Redaktion eines Schweizer Medienhauses, wo ich Daten für journalistische Recherchen aufbereite und auswerte.
Die Pipeline hinter dieser Seite – skyfield für die Finsternis-Geometrie, ERA5 für die Wolkenklimatologie – ist dieselbe Art von Arbeit, die ich unter der Woche mache: Quellen prüfen, selbst rechnen und die Unsicherheiten offenlegen.
Warum es diese Seite gibt
Am 12. August 2026 habe ich die partielle Finsternis (fast 90% Bedeckung) von der Schweiz aus gesehen und dabei zum ersten Mal gehört, dass ein Jahr später eine deutlich attraktivere folgt. Die naheliegende Frage war: wo erlebt man die am besten? Die Antworten im Netz waren voneinander abgeschrieben, drehten sich ausschliesslich um die Totalitätsdauer und ignorierten die zweite Hälfte des Problems – dass sechs Minuten hinter einer Wolke weniger wert sind als drei Minuten unter klarem Himmel.
Also habe ich angefangen, selbst zu rechnen. Erst für die eigene Reiseplanung, dann für diese Seite, weil die Frage offensichtlich mehr Leute betrifft als mich.
Eine Erinnerung, die der Prüfung nicht standhielt
Bevor ich mit dem Rechnen anfing, hatte ich eine klare Erinnerung: irgendwann in den Nullerjahren, mitten am Tag, eine partielle Finsternis, bei der es dämmrig wurde, spürbar kühler, und bei der sogar die Vögel vor dem Bürofenster verstummten.
Diese Erinnerung war die Motivation, überhaupt anzufangen. Sie hält der Prüfung nicht stand. Rechnet man die Finsternisse dieser Jahre für Zürich durch, kommt am ehesten der3. Oktober 2005 in Frage: 57,3 % Bedeckung, Maximum um 11:09 Uhr, die Sonne 32 Grad über dem Horizont. Die Alternative, der 29. März 2006, kommt sogar nur auf 33,6 %.
Bei 57 % bleibt vom Sonnenlicht noch gut die Hälfte übrig, und die menschliche Wahrnehmung gleicht das fast vollständig aus – etwa so, wie wenn eine dünne Wolke vorbeizieht. Spürbar wird der Unterschied erst, wenn die Bedeckung nahe an die Totalität heranreicht, und Effekte wie Temperaturabfall oder verstummende Tiere gehören in die letzten Prozente davor. Meine Erinnerung hat also aus einem unauffälligen Vormittag ein Ereignis gemacht.
Wie die Zahlen entstehen
Zwei getrennte Berechnungen liegen allem zugrunde. Die Finsternis-Geometriekommt aus skyfield auf Basis der JPL-Ephemeride DE421: topozentrische Positionen von Sonne und Mond, Kontaktzeiten per Bisektion verfeinert, für 56 Orte entlang des Pfads. Gegen die NASA-Referenzwerte geprüft liegt die Abweichung bei ein bis zwei Sekunden.
Die Wolkenklimatologie stammt aus 30 Jahren ERA5-Reanalyse des Copernicus Climate Change Service – 1995 bis 2024, jeweils Ende Juli bis Anfang August, jeweils zu den Stunden, in denen der Kernschatten die betreffende Region überquert. Daraus ergibt sich, wie oft der Himmel an diesen Kalendertagen historisch klar war.
Beide zusammen ergeben den SoFi-Score: Totalitätsdauer in Minuten mal Wahrscheinlichkeit für klaren Himmel, also den Erwartungswert an tatsächlich erlebten Totalitäts-Minuten. Die Einzelheiten und die Grenzen der Methode stehen offen in derMethodik.
Was ich nicht mache
Keine erfundenen Reiseerlebnisse. Keine Fahrzeiten und Strassenkilometer, die ich nicht belegen kann – Distanzen auf dieser Seite sind Luftlinien aus den Koordinaten, und sie sind auch so bezeichnet. Keine Zahl ohne die Einschränkung, die dazugehört: Klimatologie ist keine Vorhersage, und das Datenraster von ERA5 ist rund 28 Kilometer grob, weshalb Unterschiede von ein, zwei Prozentpunkten nichts bedeuten.
Und keine Empfehlung, die von einer Provision abhängt. Einzelne Links auf dieser Seite sind Empfehlungs-Links und als solche gekennzeichnet; buchst du darüber, erhalte ich eine Provision, ohne dass sich für dich am Preis etwas ändert. Die Bewertung der Orte entsteht aber aus den Berechnungen, nicht aus den Partnerprogrammen. Ein Ort wird hier nicht besser beurteilt, weil sich an ihm mehr verdienen liesse – und wenn die Daten gegen ihn sprechen, steht das im Text. Der ganze Hurghada-Artikel besteht im Kern aus dem Rat, dort nicht zu bleiben, obwohl gerade dort besonders viele Leute ein Hotel buchen.
Kontakt
Fehler gefunden, eigene Beobachtungsdaten aus der Region, oder eine Frage zur Berechnung? Ich freue mich über Rückmeldungen – die Adresse steht im Impressum. Korrekturen baue ich ein und mache sie kenntlich.
Neue Ziele, neue Daten
Wenn ein neuer Bereich fertig ist oder sich bei den Daten etwas tut – etwa einmal im Monat, kein Spam.
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